Matches Neuling
Anmeldungsdatum: 09.08.2004 Beiträge: 3
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Verfasst am: 15.10.2004, 13:27 Titel: Die Offline-seuche droht! |
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Verspüren Sie morgens Unlust,
den PC einzuschalten? Drang
nach frischer Luft? Das könnten
die Vorboten einer gefährlichen
Sucht sein. Machen Sie den
Gesundheits-Check mit
Dr. Werner Küstenmacher.
Der Frühling naht. Nicht nur die Tem-
peraturen steigen, sondern auch die
Angst vor einer neuen, gefährlichen
Seuche. Was man bisher darüber weiß,
hat unser Gesundheitsbeauftragter
Werner Tiki Küstenmacher zusam-
mengetragen.
Haben Sie den Eindruck, nicht mehr
ohne Spaziergang, Shopping in rich-
tigen Geschäften oder Kontakte mit
Menschen auszukommen? Dann soll-
ten Sie sich fragen, ob Sie nicht bereits
ein Opfer der Offline-Sucht (OS) ge-
worden sind. Noch wird die Krankheit
von den Medien verharmlost, aber der
volkswirtschaftliche Schaden bei ei-
nem flächendeckenden Ausbruch der
Seuche geht in die Milliarden.
Erste Symptome
Es beginnt mit der Unlust, frühmor-
gens den PC einzuschalten. Stattdes-
sen ein heftiger Drang nach frischer
Luft oder persönlichen Gesprächen.
Andere berichten von einem euphori-
schen Schub beim Ausschalten des
Computers (»Dark-Screen-Syndrom« .
Vereinzelt gab es schon heftige Ma-
nipulationsversuche: Herausreißen
des ISDN-Kabels, Deaktivieren von
WLAN-Karten bis hin zum Lahmle-
gen des Netzwerks.
Wehret den Anfängen
Es beginnt wie so häufig auch bei OS
harmlos. Suchtgefährdete lassen sich
aus Mailinglisten streichen, bestellen
Online-Newsletter ab oder verpassen
vereinbarte Chats. Achten Sie duf ver-
räterische Verhaltensweisen: Sie wol-
len nur einmal kurz zum Bäcker, doch
daraus machen Sie einen ausgedehnten
Spaziergang. Sie ertappen sich
dabei, untätig auf einer Parkbank in
der Sonne sitzen zu wollen.
Realitätsverzerrung
Nächste Stufe: Die wirkliche Welt wird
zu einem Ideal vergötzt. OS-Befallene
verharmlosen die Gefahren direkter
menschlicher Kontakte (Erkältungs-
krankheiten, Schmutzränder am Kra-
gen) oder direkter Sonneneinstrah-
lung (Hautrötung, gesundes Ausse-
hen). Offline-Junkies verstricken sich
in einem unentwirrbaren Knäuel
menschlicher Beziehungen. Am Ende
steht das emotionale Chaos: Sie ver-
lieben sich und werden von den eige-
nen Gefühlen überwältigt.
Faszination
Von OS scheint eine unglaubliche Fas-
zination duszugehen. Viele Sucht-
kranke verbringen einen enormen An-
teil ihrer Lebenszeit in verrauchten
Kneipen, lauten Discos oder auf über-
füllten Partys. Oder geben sich hem-
mungslos dem Körperkult hin: in Fit-
ness-Studios, Schwimmbädern oder
Sportanlagen. Überhaupt ist die ab-
sonderliche Hinwendung zum Sport
ein Merkmal vieler OS-Kranker. An-
statt echte Live-Berichte am TV-Schirm
zu genießen, zwängen sie sich unter
oft menschenunwürdigen Verhältnis-
sen in ein Stadion, um die Akteure an-
zufeuern. Andere werden vom Wetter
abhängig. Ihre Stimmung schwankt
zwischen Hochgefühl bei Sonnen-
schein (in Süddeutschland bekannt
als »Biergarten-Ekstase« und De-
pression bei Niederschlägen.
Gegenmittel
Bekämpfen Sie Ihre unbegründeten
Ängste! Lassen Sie sich nicht einreden,
dass ein Einkauf außerhalb des Inter-
net besser, billiger oder befriedigender
sei als das klassische Online-Shop-
ping. Setzen Sie Ihrer Verweildauer
außerhalb des Netzes klare Grenzen.
Und stellen Sie sich vor jedem Offline-
Ausflug die Frage: Sind die Gefahren
da draußen es wirklich wert, den ei-
genen Hintern hochzuheben? |
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